Das WordPress-Drama in 60 Sekunden
Das WordPress-Drama ist ein seit September 2024 laufender Streit zwischen Matt Mullenweg, dem Mitgründer von WordPress und CEO von Automattic, und dem Hosting-Anbieter WP Engine. Mullenweg forderte 8 Prozent des Umsatzes für die Nutzung der Marke, nannte das Unternehmen ein "Krebsgeschwür" und sperrte es von WordPress.org aus. Millionen Websites bekamen zeitweise keine Updates mehr.
Entschieden ist der Streit bis heute nicht. Im Juni 2026 liefen Anhörungen vor einem kalifornischen Bundesgericht, ein Urteil in der Sache steht aus. Für Betreiber einer normalen WordPress-Seite besteht aktuell kein Handlungsbedarf: Die Update-Blockade wurde per Gerichtsbeschluss beendet.
Fast alle Artikel zu diesem Thema stammen aus dem Winter 2024/25 und enden mit genau diesem Beschluss. Dieser Rückblick erzählt, was danach kam: das Jahr 2025 mit Massenentlassungen, Investoren-Abwertungen und einer stillen Dezentralisierung des Ökosystems, dazu der Stand im Juli 2026.
Der Marktanteil von WordPress ist von 43,6 Prozent Anfang 2025 auf 41,9 Prozent im Mai 2026 (öffnet in neuem Tab) gefallen (Quelle: W3Techs). Allein die erste Hälfte 2026 kostete mehr Anteil als das gesamte Jahr 2025.
Wer ist hier eigentlich wer?
Der Konflikt ist nur zu verstehen, wenn man fünf Akteure auseinanderhält, die alle "WordPress" im Namen tragen oder damit verwechselt werden. Die Verwirrung ist kein Zufall, sie ist der Kern des Problems.
| Akteur | Was es ist | Wem es gehört |
|---|---|---|
| WordPress (Software) | Das Open-Source-CMS, kostenlos, GPL-lizenziert | Niemandem, es ist freie Software |
| WordPress.org | Die zentrale Infrastruktur: Update-Server, Plugin- und Theme-Verzeichnis | Matt Mullenweg persönlich |
| WordPress Foundation | Gemeinnützige Stiftung, hält die Wortmarke "WordPress" | Stiftung, gegründet von Mullenweg |
| Automattic | Kommerzielles Unternehmen hinter WordPress.com, WooCommerce, Jetpack | Investoren, CEO ist Mullenweg |
| WP Engine | Spezialisierter WordPress-Hoster, Wettbewerber von Automattic | Investoren, u. a. Silver Lake |
Der entscheidende Punkt steht in Zeile zwei: WordPress.org gehört Mullenweg als Privatperson, nicht der Foundation und nicht der Community. Über diesen Server beziehen Millionen Websites ihre Sicherheitsupdates. Deshalb konnte eine einzelne Person im September 2024 einem Hoster den Update-Hahn zudrehen. Die Software ist frei, ihre Verteilungsinfrastruktur nicht.
Wie es begann: die Eskalation 2024
Der offene Konflikt brach im September 2024 auf der WordCamp US aus, der wichtigsten Konferenz des Ökosystems. Mullenweg warf WP Engine dort vor (öffnet in neuem Tab), Milliarden mit WordPress zu verdienen und zu wenig zurückzugeben, und nannte das Unternehmen ein "Krebsgeschwür". Fünf Ereignisse markieren die Eskalation:
September 2024: Der Vorwurf
Mullenweg nennt WP Engine auf der WordCamp US ein 'Krebsgeschwür' für WordPress und fordert 8 Prozent des Bruttoumsatzes für die Markennutzung. WP Engine setzt eine Unterlassungserklärung dagegen.
25. September 2024: Die Sperre
Automattic sperrt WP Engine von WordPress.org aus. Kunden des Hosters können keine Plugin- und Theme-Updates mehr beziehen, auch keine Sicherheitsupdates.
3. Oktober 2024: Die Klage
WP Engine verklagt Automattic und Mullenweg wegen Erpressung und Geschäftsbehinderung. Am selben Tag verlassen 159 Mitarbeitende Automattic über ein Abfindungsangebot, rund 80 Prozent davon aus der WordPress-Sparte.
12. Oktober 2024: Die Plugin-Übernahme
WordPress.org übernimmt das Plugin Advanced Custom Fields (ACF) von WP Engine ohne dessen Zustimmung, benennt es in Secure Custom Fields um und liefert es über den bestehenden Verzeichniseintrag aus. Betroffen sind über 2 Millionen Websites.
10. Dezember 2024: Das Gericht greift ein
Ein kalifornisches Bundesgericht erlässt eine einstweilige Verfügung. Automattic muss den Zugang von WP Engine binnen 72 Stunden wiederherstellen und die umstrittene Checkbox von der Login-Seite entfernen.
An dieser Stelle hören die meisten Artikel auf. Der Eindruck, der dabei entsteht: Das Gericht hat eingegriffen, die Sache ist erledigt. Beides ist falsch. Das Jahr, das WordPress nachhaltig verändert hat, begann erst.
Was 2025 passierte
2025 verlagerte sich der Konflikt von der Bühne in die Bilanzen. Automattic zog sich aus dem Projekt zurück, entließ ein Sechstel der Belegschaft und wurde von seinen eigenen Investoren abgewertet. Parallel begann das Ökosystem, sich unabhängig zu machen.
Januar bis April: Rückzug und Entlassungen
Am 9. Januar 2025 kündigte Automattic an (öffnet in neuem Tab), seine Beiträge zum Open-Source-Projekt drastisch zu kürzen: von rund 3.988 Arbeitsstunden pro Woche auf 45. Das ist exakt die Zahl, die Mullenweg zuvor an WP Engine kritisiert hatte. Die Begründung: Man wolle Ressourcen für den Rechtsstreit freihalten.
Wenige Tage zuvor hatte Mullenweg das Sustainability-Team aufgelöst, nachdem dessen Vertreter seinen Rückzug erklärt hatte. Er habe gerade erst erfahren, dass es ein solches Team gebe, und sehe darin einen schlechten Ertrag.
Am 2. März verkündete Mullenweg, über 50.000 Websites hätten WP Engine bereits verlassen. Einen Monat später traf es sein eigenes Unternehmen: Am 2. April entließ Automattic 16 Prozent seiner Belegschaft (öffnet in neuem Tab), rund 270 von etwa 1.744 Mitarbeitenden. Betroffen waren vor allem Entwicklung, Marketing und Support.
Drei Tage später wurde Joost de Valk, Gründer von Yoast und einer der bekanntesten Namen des Ökosystems, nach öffentlicher Kritik an der Projektführung von WordCamps als Sponsor und Speaker ausgeschlossen. Ende April folgte eine Kehrtwende: Mullenweg hob unter dem Stichwort "Jubilee" zahlreiche Sperren gegen Contributor auf. Am 29. Mai nahm Automattic die Beiträge zum Core wieder auf.
Juni bis August: Die Investoren korrigieren
Im Sommer 2025 bekam der Streit ein Preisschild. BlackRock, an Automattic beteiligt, bewertet seine Anteile quartalsweise neu. Zum 31. März 2025 senkte der Vermögensverwalter den Wert (öffnet in neuem Tab) auf 31,03 US-Dollar je Anteil, gegenüber den 85 US-Dollar aus der Finanzierungsrunde von 2021 ein Minus von 63,5 Prozent. Zum 30. Juni 2025 folgte die nächste Abwertung auf 27,74 US-Dollar. Damit war die Beteiligung noch 32,6 Prozent ihres ursprünglichen Werts wert.
Zwei Abwertungen in drei Monaten: Automattic-Anteile fielen 2025 auf 32,6 Prozent der Bewertung von 2021. Als Gründe nennen die Bewertungsberichte Klagen, Entlassungen und schwindendes Investorenvertrauen.
Im selben Monat passierte das, was langfristig wohl am meisten zählt. Am 6. Juni stellte die Linux Foundation den FAIR Package Manager (öffnet in neuem Tab) vor. FAIR steht für "Federated and Independent Repositories" und verteilt Plugins, Themes, Übersetzungen und Core-Updates über ein föderiertes Netz statt über einen zentralen Server. Angestoßen hatte das Projekt Joost de Valk im Dezember 2024, entwickelt wurde es von rund 300 Beteiligten, darunter viele langjährige Core-Committer. Das technische Steuerungsgremium leiten Carrie Dils, Mika Epstein und Ryan McCue.
Wichtig für die Einordnung: FAIR ist kein Fork. WordPress spaltet sich nicht. FAIR ersetzt nur die Bezugsquelle, nicht die Software, und lässt sich als Plugin auf bestehenden Installationen betreiben. Es beantwortet damit exakt die Frage, die das Drama aufgeworfen hat: Was passiert, wenn der zentrale Server einer Einzelperson gehört?
September bis Dezember: Vor Gericht wird es ernst
Mitte September 2025 entschied das Gericht über die Anträge auf Klageabweisung, und das Ergebnis fiel gemischt aus. Mehrere Ansprüche wurden abgewiesen, teils mit der Möglichkeit zur Nachbesserung. Die zentralen Vorwürfe ließ das Gericht jedoch zur Verhandlung zu (öffnet in neuem Tab): vorsätzliche Geschäftsbehinderung, unlauterer Wettbewerb und Verleumdung, gerichtet gegen Automattic und gegen Mullenweg persönlich.
Am 23. Oktober reichten Automattic, die WordPress Foundation und WooCommerce Gegenklagen ein. Der Vorwurf: Markenmissbrauch und irreführendes Branding durch WP Engine.
Bemerkenswert ist, was daneben stattfand. Am 2. Dezember 2025 lief die State of the Word, und am selben Tag erschien WordPress 6.9. Das Projekt lieferte weiter, während seine Führung vor Gericht stand.
Stand Juli 2026: Wie geht es aus?
Es ist offen. WP Engine legte am 10. Februar 2026 eine dritte geänderte Klageschrift vor, im Juni 2026 verhandelte das Gericht über die Abweisungsanträge beider Seiten. Ein Urteil in der Sache gibt es nach 21 Monaten nicht, der eigentliche Jury-Prozess ist erst für September 2027 angesetzt. Wer liest, der Streit sei "beigelegt" oder "entschieden", liest einen veralteten Artikel.
Neu und in deutschsprachigen Medien bisher kaum aufgegriffen sind die Details, die im Zuge der Beweisaufnahme öffentlich wurden. TechCrunch berichtete am 12. Februar 2026 (öffnet in neuem Tab) über entsiegelte Unterlagen, aus denen WP Engine in seiner Klageschrift zitiert:
- Automattic habe nicht nur WP Engine im Visier gehabt, sondern zehn Hosting-Unternehmen mit Lizenzforderungen belegen wollen. Die meisten Namen sind geschwärzt. Newfold, Muttergesellschaft von Bluehost und HostGator, zahlt bereits für die Markennutzung.
- Die 8 Prozent seien willkürlich zustande gekommen, orientiert daran, was WP Engine zahlen könne, nicht an einer objektiven Bewertung der Marke.
- Interne Korrespondenz nutze Formulierungen wie "If they don't take the carrot, we'll give them the stick" und spreche von "nuclear war".
- Mullenweg habe nach Einreichung der Klage eine Führungskraft von Stripe kontaktiert, um eine Kündigung des Vertrags mit WP Engine zu erwirken.
Diese Punkte stammen aus einer Klageschrift von WP Engine. Es sind Behauptungen einer Prozesspartei, kein gerichtlich festgestellter Sachverhalt. Automattic bestreitet die Vorwürfe und hat seinerseits Gegenklage erhoben. Der vollständige Gerichtsakt ist öffentlich einsehbar (öffnet in neuem Tab) (Az. 3:24-cv-06917, California Northern District Court).
Verliert WordPress Marktanteile?
Ja, aber langsamer und komplizierter, als beide Lager behaupten. Die Zahlen von W3Techs zeigen einen klaren Trend:
| Zeitpunkt | Marktanteil aller Websites |
|---|---|
| Anfang 2025 (Höchststand) | 43,6 % |
| Dezember 2025 | 43,2 % |
| Mai 2026 | 41,9 % |
Der Rückgang läuft über sechs Quartale in Folge und beschleunigt sich: Die ersten sechs Monate 2026 kosteten 1,3 Prozentpunkte, doppelt so viel wie das komplette Jahr 2025. Gleichzeitig bleibt WordPress mit rund 59,5 Prozent Anteil am CMS-Markt unangefochten die Nummer eins. Von einem Zusammenbruch ist nichts zu sehen.
Und hier ist der Punkt, an dem wir uns von der Berichterstattung unterscheiden: Ein Kausalzusammenhang zum Drama ist nicht belegt. Der Rückgang setzte schleichend ein und beschleunigte erst 2026, also mit deutlichem Abstand zur heißen Phase des Konflikts. Im selben Zeitraum kamen AI-gestützte Website-Builder auf den Markt und Baukästen gewannen Anteile im Segment kleiner Unternehmensseiten. Beides erklärt den Verlauf mindestens so gut.
Wer behauptet, das Drama töte WordPress, überinterpretiert eine Korrelation. Wer behauptet, es sei folgenlos geblieben, muss die halbierte Unternehmensbewertung und den Aderlass an Contributor erklären. Die ehrliche Antwort liegt dazwischen und lautet: Der Schaden ist real, aber er zeigt sich in der Organisation, nicht in der Verbreitung.
Was 2024 befürchtet wurde und was tatsächlich eintrat
| Befürchtung Ende 2024 | Stand Juli 2026 |
|---|---|
| WordPress spaltet sich, ein Fork kommt | Kein Fork. Stattdessen FAIR als föderierte Ergänzung unter dem Dach der Linux Foundation |
| Millionen Sites bleiben ohne Sicherheitsupdates | Per einstweiliger Verfügung beendet, Zugang seit Dezember 2024 wiederhergestellt |
| WordPress bricht als Plattform ein | Marktanteil von 43,6 auf 41,9 Prozent gesunken, Führungsposition unangetastet |
| Der Streit ist bald vorbei | Nach 21 Monaten kein Urteil in der Sache, Verfahren läuft weiter |
| Automattic kommt ungeschoren davon | Anteile auf 32,6 Prozent der Bewertung von 2021 abgewertet, 16 Prozent der Belegschaft entlassen |
Das Muster: Die technischen Katastrophenszenarien sind nicht eingetreten. Die institutionellen Folgen schon.
Was Seitenbetreiber jetzt tun können
Für bestehende WordPress-Seiten gilt: kein Aktionismus. Die Updates laufen, unabhängig vom Hoster. Drei Dinge lohnen trotzdem einen Blick.
Prüfen Sie, welche Variante von ACF installiert ist. Wer vor Oktober 2024 Advanced Custom Fields nutzte und seither über WordPress.org aktualisiert hat, bezieht möglicherweise Secure Custom Fields, den von WordPress.org übernommenen Ableger. Beide funktionieren, entwickeln sich aber auseinander. Ein Blick in die Plugin-Übersicht schafft Klarheit.
Sorgen Sie für Backups und einen zweiten Update-Weg. Das gilt unabhängig von diesem Streit, hat aber durch ihn eine praktische Note bekommen.
Verstehen Sie das eigentliche Risiko. Der Befund dieses Dramas ist kein technischer, sondern ein struktureller: Die Update-Infrastruktur für rund 40 Prozent aller Websites hängt am Wohlwollen einer Einzelperson. Bis 2024 war das eine theoretische Fußnote in Governance-Diskussionen. Seit der Sperre ist es ein dokumentierter Vorgang. Genau hier setzt FAIR an, das als Plugin auf bestehenden Installationen läuft und die Bezugsquelle für Updates dezentralisiert.
Bei neuen Projekten lohnt es sich, den Blick über WordPress hinaus zu weiten. Wir setzen WordPress nur noch auf ausdrücklichen Kundenwunsch ein und empfehlen es nicht mehr grundsätzlich. Diese Haltung hat allerdings nichts mit Mullenweg zu tun, und das ist uns wichtig: Sie stand vorher schon. Die Gründe sind fachlich. 96 Prozent aller neuen WordPress-Sicherheitslücken (öffnet in neuem Tab) stammen aus Plugins, nur 44 Prozent der WordPress-Seiten (öffnet in neuem Tab) bestehen Googles mobile Performance-Kriterien, und der Wartungsaufwand einer typischen Installation mit 25 Plugins wird regelmäßig unterschätzt. Wie sich das gegen eine individuelle Lösung rechnet, haben wir in unserem Vergleich von eigenem CMS und WordPress mit Zahlen durchgerechnet.
Das Drama hat unsere Empfehlung also nicht geändert. Es hat ihr ein Argument hinzugefügt: Wer WordPress einsetzt, akzeptiert eine Abhängigkeit von einer Infrastruktur, über die er keine Kontrolle hat.
WordPress bleibt trotzdem für viele Fälle die richtige Wahl: für Blogs, für Standard-Firmenseiten ohne besondere Anforderungen, für Teams mit vorhandenem WordPress-Know-how und für Projekte mit knappem Budget. Wer heute eine funktionierende WordPress-Seite betreibt, hat wegen dieses Streits keinen Grund zu migrieren.
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Was ein Content-Management-System leisten muss und welche Typen es gibt.
Was ist ein CMS?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das WordPress-Drama?
Ein Streit zwischen Matt Mullenweg (Automattic) und dem Hoster WP Engine, der im September 2024 öffentlich ausbrach. Auslöser war Mullenwegs Forderung nach 8 Prozent des Umsatzes von WP Engine für die Nutzung der Marke WordPress. Als WP Engine ablehnte, sperrte er das Unternehmen von der Update-Infrastruktur WordPress.org aus.
Ist der Streit zwischen Automattic und WP Engine schon entschieden?
Nein. Stand Juli 2026 läuft das Verfahren vor einem kalifornischen Bundesgericht weiter. Im September 2025 ließ das Gericht zentrale Klagepunkte zu, im Oktober 2025 reichte Automattic Gegenklagen ein, im Juni 2026 fanden Anhörungen statt. Ein Urteil in der Sache steht aus.
Ist meine WordPress-Website noch sicher?
Ja. Die Update-Blockade betraf ausschließlich Kunden von WP Engine und wurde im Dezember 2024 per einstweiliger Verfügung beendet. Alle WordPress-Installationen beziehen wieder normal Sicherheitsupdates, unabhängig vom Hoster.
Was ist 2025 im WordPress-Ökosystem passiert?
Automattic kürzte seine Beiträge zum Projekt von rund 3.988 auf 45 Wochenstunden, entließ im April 16 Prozent seiner Belegschaft und wurde von BlackRock zweimal abgewertet, zuletzt auf 32,6 Prozent der Bewertung von 2021. Im Juni startete die Linux Foundation den FAIR Package Manager als dezentrale Alternative zu WordPress.org.
Verliert WordPress Marktanteile?
Ja, seit sechs Quartalen in Folge: von 43,6 Prozent Anfang 2025 auf 41,9 Prozent im Mai 2026 (W3Techs). Ein Kausalzusammenhang mit dem Drama ist allerdings nicht belegt, da der Rückgang sich erst 2026 beschleunigte, parallel zum Aufkommen AI-gestützter Website-Builder. Mit rund 59,5 Prozent des CMS-Markts bleibt WordPress klar führend.
Was ist der FAIR Package Manager, und ist das ein WordPress-Fork?
FAIR ist kein Fork. Das Projekt steht seit Juni 2025 unter dem Dach der Linux Foundation und verteilt Plugins, Themes und Updates über ein föderiertes Netz statt über den zentralen Server WordPress.org. Die Software WordPress bleibt unverändert, nur die Bezugsquelle wird dezentral. FAIR lässt sich als Plugin auf bestehenden Installationen betreiben.
Was ist mit ACF und Secure Custom Fields passiert?
WordPress.org übernahm im Oktober 2024 das Plugin Advanced Custom Fields (öffnet in neuem Tab) von WP Engine ohne dessen Zustimmung, benannte es in Secure Custom Fields um und lieferte es über den bestehenden Verzeichniseintrag aus. Über 2 Millionen Websites waren betroffen. Die einstweilige Verfügung vom Dezember 2024 stellte den Zugang von WP Engine zum Plugin wieder her, beide Varianten existieren seither parallel.
Sollte ich wegen des Dramas von WordPress weg migrieren?
Nein, allein deswegen nicht. Eine funktionierende WordPress-Seite gibt keinen Anlass zur Migration. Bei neuen Projekten ist der Blick auf Alternativen sinnvoll, aber die besseren Argumente dafür sind fachlich: Plugin-Sicherheitslücken, Performance und Wartungsaufwand.




