Zum Inhalt springen

Elementor oder Divi: Seite reparieren oder auf ein CMS wechseln?

Reparieren lohnt sich bei wenigen Plugins und aktueller Lizenz, wechseln bei ständigen Update-Problemen. Kosten von Elementor Pro, Divi 5 und ein ehrlicher Weg.

Jan Lüthje10 Min. Lesezeit

Reparieren oder wechseln? Die kurze Antwort

Eine Website mit Elementor oder Divi lohnt sich zu reparieren, wenn sie mit wenigen Erweiterungen läuft, die Lizenz bezahlt ist und Updates selten Ärger machen. Wechseln sollten Sie, wenn jedes Update ein Risiko ist, Sie für neue Funktionen ständig weitere Erweiterungen kaufen oder bei Divi ohnehin der Umzug auf Divi 5 ansteht. Dann zahlen Sie für einen Neuaufbau sowieso, nur ohne aus dem Baukasten herauszukommen.

Elementor und Divi sind sogenannte Page-Builder: Erweiterungen für WordPress, mit denen sich Seiten per Drag-and-drop gestalten lassen, ganz ohne Programmierung. Elementor läuft laut Hersteller (öffnet in neuem Tab) auf über 22 Millionen Websites. Beide sind keine schlechten Werkzeuge. Sie sind aber dafür gebaut, eine Seite schnell zusammenzuklicken, nicht dafür, sie über Jahre sicher zu betreiben. Genau das wird für Unternehmen teuer. Dieser Artikel zeigt, was Elementor Pro wirklich kostet, warum Updates Seiten lahmlegen, was der Umstieg auf Divi 5 bedeutet und woran Sie erkennen, welcher Weg für Sie günstiger ist.

Was kostet Elementor Pro 2026?

Elementor Pro kostet ab 60 US-Dollar im Jahr für eine Website und ist nur im Jahresabo erhältlich. Das neue Komplettabo Elementor One mit KI-Funktionen, Bildoptimierung und Cookie-Banner liegt laut gress-marketing (öffnet in neuem Tab) bei rund 19 US-Dollar im Monat. Die Lizenz ist dabei der kleinste Posten. Teurer werden weitere Plugins, die Pflege der Seite und die Stunden, die nach einem missglückten Update anfallen.

Plan (Stand Oktober 2026)WebsitesWas er enthältPreis
Essential1Grundausstattung mit Kopf- und Fußbereich und einfachen Formularenab 60 $ im Jahr
Advanced Solo1alle Gestaltungselemente, Pop-ups, Shop-Funktionenrund 84 $ im Jahr
Advanced3wie Advanced Solorund 99 $ im Jahr
Expert25wie Advanced, für Agenturenrund 199 $ im Jahr
One1alles aus Pro plus KI, Bildoptimierung, Barrierefreiheit, Cookie-Bannerrund 19 $ im Monat

Quellen: Elementor-Preisseite (öffnet in neuem Tab) für Pläne und Einstiegspreis, The Plus Addons (öffnet in neuem Tab) für die übrigen Preise. Alle Angaben in US-Dollar ohne Umsatzsteuer, Verlängerungen können teurer sein als das erste Jahr.

Rechnen Sie für eine Unternehmensseite deshalb mit drei Posten: der Pro-Lizenz, zwei bis fünf weiteren Plugins etwa für Formulare, Suchmaschinen oder Sicherheit (viele davon ebenfalls im Jahresabo) und der laufenden Pflege. Was das über fünf Jahre ergibt und ab wann ein eigenes System günstiger ist, rechnet unser Vergleich individuelles CMS vs. WordPress vor.

Was passiert, wenn Sie Elementor Pro kündigen?

Kündigen Sie Elementor Pro oder verlängern Sie die Lizenz nicht, bleibt Ihre Website zunächst unverändert online. Laut Elementor-Hilfe (öffnet in neuem Tab) entfallen aber Updates, Support und die Möglichkeit, Pro-Elemente zu bearbeiten. Das eigentliche Risiko kommt schleichend: Elementor besteht aus einem kostenlosen Grundprogramm und der bezahlten Pro-Erweiterung. Das Grundprogramm bekommt weiter Updates, die Pro-Erweiterung bleibt auf ihrem alten Stand. Irgendwann passen beide nicht mehr zusammen.

Daraus folgt eine unbequeme Rechnung. Wer die Lizenz auslaufen lässt, um Kosten zu sparen, muss entweder auch das Grundprogramm nicht mehr aktualisieren und verzichtet damit auf dessen Sicherheitskorrekturen, oder er riskiert, dass Seiten mit Pro-Elementen beim nächsten Update kaputtgehen. Beides ist für eine Unternehmensseite keine Option.

Warum legt ein Elementor-Update die Seite lahm?

Ein Elementor-Update legt Seiten lahm, weil auf einer typischen Installation vier bis fünf Bausteine verschiedener Hersteller zusammenarbeiten müssen: WordPress selbst, das Elementor-Grundprogramm, Elementor Pro, Erweiterungspakete mit zusätzlichen Gestaltungselementen und das Design-Theme. Jeder Hersteller bringt eigene Updates heraus und testet sie gegen den aktuellen Stand der anderen. Ihre genaue Kombination testet niemand. Passt eine Version nicht, lässt sich die Seite nicht mehr bearbeiten, Bereiche verrutschen oder Besucher sehen nur noch eine Fehlermeldung.

In Foren wie r/elementor (öffnet in neuem Tab) lautet der häufigste Rat deshalb: Erweiterungspakete, die seit Monaten kein Update bekommen haben, vor dem Update abschalten und danach einzeln wieder einschalten. Das funktioniert, ist aber Handarbeit, die bei jeder größeren Version wieder anfällt.

Dazu kommt die Sicherheit. Im August 2026 wurde in Elementor Pro eine kritische Lücke bekannt (CVE-2026-32475): Über das Feld zum Hochladen von Dateien in Kontaktformularen konnten Angreifer ohne Anmeldung Schadcode auf den Server laden und so die Kontrolle über die Website übernehmen. Betroffen sind alle Versionen bis 4.2.1, die Korrektur kam mit Version 4.2.2 am 19. August 2026 (Patchstack (öffnet in neuem Tab)). Laut Sicherheitsmeldungen (öffnet in neuem Tab) wird sie seit September 2026 aktiv ausgenutzt. Wer die Pro-Lizenz nicht mehr verlängert, bekommt diese Korrektur nicht.

Divi-Nutzer: Was bedeutet der Umstieg auf Divi 5?

Divi 5 ist seit dem 26. Februar 2026 die offizielle Version und technisch komplett neu gebaut: Inhalte werden in einem neuen Format gespeichert. Ein mitgeliefertes Werkzeug wandelt bestehende Seiten um. Was es nicht umwandeln kann, läuft vorerst über den alten Divi-4-Unterbau weiter. Divi 4 bekommt laut Elegant Themes (öffnet in neuem Tab) ab dem Start von Divi 5 noch mindestens zwölf Monate Sicherheits- und Kompatibilitätsupdates, also mindestens bis Ende Februar 2027.

Für Betreiber heißt das: Der Umzug kommt, spätestens 2027. Elegant Themes selbst empfiehlt, ihn mit Sicherungskopie auf einer Testversion der Seite durchzuspielen, weil bei individuell angepassten Seiten Fehler auftreten können. Erweiterungen anderer Anbieter funktionieren erst, wenn deren Hersteller sie für Divi 5 umgebaut haben.

Genau hier liegt eine Entscheidung, die viele verpassen. Ein Umzug auf Divi 5 mit Test, Nacharbeit und Prüfung jeder einzelnen Seite ist ein kleiner Relaunch. Wer diesen Aufwand ohnehin hat, sollte einmal durchrechnen, ob er ihn in den alten Baukasten steckt oder in ein System, das ohne Baukasten auskommt.

Reparieren: Was hilft bei einer Elementor- oder Divi-Seite wirklich?

Eine Seite mit Elementor oder Divi bleibt stabil, wenn Updates nie direkt auf der öffentlichen Seite passieren, die Zahl der Erweiterungen klein bleibt und jemand verantwortlich ist, der einen Fehler schnell rückgängig machen kann. Die folgenden Schritte kosten wenig und verhindern die meisten Ausfälle.

  1. 1

    Testumgebung einrichten

    Jedes Update läuft zuerst auf einer Kopie der Seite, die Besucher nicht sehen. Viele Hoster richten eine solche Testversion mit einem Klick ein.

  2. 2

    Erweiterungen ausmisten

    Jedes Plugin, das nur für ein einzelnes Element installiert wurde, durch eine eingebaute Funktion ersetzen oder entfernen.

  3. 3

    Lizenz aktuell halten

    Elementor Pro und kostenpflichtige Erweiterungen verlängern, damit Sicherheitskorrekturen wie die für CVE-2026-32475 ankommen.

  4. 4

    Rückweg vorbereiten

    Elementor kann unter Werkzeuge auf eine ältere Version zurückgesetzt werden. Dazu gehört eine tägliche Sicherungskopie, die nicht auf demselben Server liegt.

  5. 5

    Zuständigkeit klären

    Schriftlich festhalten, wer Updates einspielt, in welcher Frist und was bei einem Ausfall passiert.

Wir haben unter anderem die Elementor-Website der Van Schmiede (öffnet in neuem Tab) betreut, eines Ausbauers für Campervans. Zu unseren täglichen Aufgaben gehörten Layout-Anpassungen, die Darstellung auf Smartphones und Tablets und die laufende Wartung. Gerade die mobile Darstellung kostet in Elementor Zeit, weil Abstände, Schriftgrößen und Spalten für jede Bildschirmgröße einzeln eingestellt werden und eine Änderung am Desktop-Layout dort leicht etwas verschiebt.

Wechseln: Welche Alternativen zu Elementor gibt es?

Es gibt drei Wege weg von Elementor oder Divi: ein anderer Page-Builder, der Editor, den WordPress selbst mitbringt, oder ein eigenes Redaktionssystem (CMS) ohne Baukasten. Die meisten Listen zu Elementor-Alternativen nennen nur den ersten Weg. Er tauscht aber eine Abhängigkeit gegen die nächste, denn auch Bricks, Beaver Builder oder Oxygen speichern Ihre Inhalte in ihrem eigenen Format.

WegWann er passtAufwandWas bleibt
Anderer Page-Builder (Bricks, Beaver Builder)Ihr Team will weiter frei gestalten, die Seite ist kleinNeuaufbau aller SeitenAbhängigkeit von Plugins und deren Updates
Editor von WordPress (Block-Editor)Einfache Seiten, wenige SonderfunktionenNeuaufbau, Anpassung des DesignsWordPress mit seinen Plugins
Eigenes CMS, etwa PayloadDie Seite ist ein Geschäftswerkzeug, braucht eigene Funktionen oder soll lange haltenNeuaufbau und Umzug der InhalteKeine Plugins, Inhalte in klaren Eingabefeldern

Ein eigenes CMS trennt Inhalt und Gestaltung. Ihr Team pflegt Texte, Bilder und Produkte in festen Eingabefeldern, das Design legen Entwickler einmal sauber an. Dadurch kann niemand das Layout versehentlich verschieben, und Updates betreffen ein System statt fünf. Wie das bei Payload aussieht, erklärt unser Artikel Payload CMS einfach erklärt.

Unsere Haltung dazu ist klar: Eine funktionierende Elementor-Seite ohne Not neu zu bauen, raten wir niemandem. Steht aber ohnehin ein Neuaufbau an, durch einen Divi-5-Umzug, einen Relaunch oder eine Seite, die nach Updates immer wieder ausfällt, dann würden wir nicht in den nächsten Baukasten investieren.

Wie finde ich heraus, welcher Weg für meine Seite passt?

Am schnellsten mit einem Blick auf den heutigen Zustand: Welche WordPress-Version läuft, wie viele Plugins sind installiert, welcher Page-Builder steckt dahinter und gibt es bekannte Sicherheitslücken? Unser kostenloser WordPress-Check liest das in unter einer Minute von außen aus, ohne Zugang zu Ihrem Admin-Bereich. Erkennt er Elementor, Divi oder sehr viele Plugins, zeigt das Ergebnis direkt, wo die Risiken liegen. Aus denselben Prüfungen stammen, anonymisiert, auch die Zahlen in diesem Artikel.

Mit dem Ergebnis lässt sich die Frage aus der Einleitung sauber beantworten. Wenige Plugins und keine offenen Lücken sprechen fürs Reparieren. Ein Page-Builder mit vielen Erweiterungen und veralteten Plugins spricht dafür, den nächsten größeren Eingriff zum Anlass für einen Wechsel zu nehmen. Weitere Systeme im Vergleich finden Sie in unserer Übersicht der WordPress-Alternativen.

Lösungen von SymbolicLabs

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet Elementor Pro?

Elementor Pro kostet ab 60 US-Dollar im Jahr für eine Website, größere Pläne für mehrere Websites und mit mehr Funktionen entsprechend mehr. Es gibt nur Jahresabos. Das Komplettabo Elementor One mit KI-Funktionen liegt bei rund 19 US-Dollar im Monat.

Kann ich Elementor Pro kündigen, ohne dass die Seite kaputtgeht?

Ja, die Seite bleibt nach der Kündigung zunächst online und unverändert. Sie bekommen aber keine Updates und keine Sicherheitskorrekturen mehr für Elementor Pro, und Pro-Elemente lassen sich nicht mehr bearbeiten. Mit jedem Update des kostenlosen Elementor steigt das Risiko, dass beide Versionen nicht mehr zusammenpassen.

Was passiert, wenn ich Elementor deaktiviere?

Ohne Elementor verliert die Seite ihr Layout, übrig bleibt der reine Text der Inhalte. Die Gestaltung ist in der Struktur des Page-Builders gespeichert und lässt sich ohne ihn nicht darstellen. Ein Wechsel bedeutet deshalb immer einen Neuaufbau der Seiten.

Ist Elementor unsicher?

Elementor ist nicht unsicherer als andere große Plugins, aber wegen seiner Verbreitung ein lohnendes Ziel für Angreifer. Eine kritische Lücke in Elementor Pro bis Version 4.2.1 (CVE-2026-32475) wird seit September 2026 aktiv ausgenutzt. Sicher bleibt eine Elementor-Seite nur mit gültiger Lizenz und zeitnah eingespielten Updates.

Lohnt sich der Umstieg auf Divi 5?

Der Umstieg auf Divi 5 ist für Divi-Nutzer mittelfristig Pflicht, weil Divi 4 nur noch mindestens bis Anfang 2027 Updates bekommt. Wie aufwendig er wird, hängt davon ab, wie stark Ihre Seite angepasst ist und wie viele Erweiterungen anderer Anbieter sie nutzt. Bei vielen Anpassungen ist der Umzug fast ein Neuaufbau und damit der richtige Zeitpunkt, die Systemfrage zu stellen.

Was ist die beste Alternative zu Elementor?

Für kleine Seiten, die Ihr Team frei gestalten will, ist ein anderer Page-Builder oder der Block-Editor von WordPress die einfachste Alternative. Für Unternehmensseiten, die lange halten und eigene Funktionen brauchen, ist ein eigenes CMS ohne Baukasten die nachhaltigere Wahl. Es kommt ohne Plugins aus und trennt Inhalt von Gestaltung.

Wie lange dauert der Wechsel von Elementor zu einem eigenen CMS?

Eine Unternehmensseite mit 30 bis 80 Unterseiten ist in der Regel nach 6 bis 12 Wochen umgezogen, inklusive Neuaufbau, Umzug der Inhalte und Weiterleitungen der alten Adressen. Bis zum Stichtag läuft die alte Seite unverändert weiter.

Reden wir über Ihr Projekt.

Buchen Sie direkt 30 Minuten per Video, oder schreiben und rufen Sie an. Antwort innerhalb eines Werktags.

Oktober 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Verfügbare Zeiten

Verfügbarkeit wird geladen …

Kian ShahriyariAntwort innerhalb eines Werktags

30 Minuten per Video: eine ehrliche Ersteinschätzung Ihres Vorhabens, kostenlos und unverbindlich.

Unverbindliche Anfrage: Der Termin wird nach kurzer Prüfung per E-Mail bestätigt.

Was Sie vorhaben, was Sie heute stört und bis wann es fertig sein soll: Das genügt für den Einstieg.

Kian Shahriyari
Kian ShahriyariGeschäftsführer

Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr. Aus Hamburg, für ganz Deutschland.

    WordPress-Seite prüfen